Fühlt sich komisch an?
Ich dachte damals: So rede ich niemals.
Als ich das erste Mal gesehen habe, wie sich Menschen so mitteilen, kam es mir total künstlich vor. Ich habe nicht verstanden, wozu das gut sein soll.
Heute praktiziere ich jeden Tag ein paar Minuten mit meinem EM-Partner. Dort habe ich gemerkt, wie selten ich gesagt habe, was wirklich in mir los ist. Nicht, weil ich gelogen habe. Ich war nur ständig damit beschäftigt, was die anderen brauchen.
Beim ersten Mal habe ich gesagt, dass ich mich traurig und hilflos fühle. Niemand hat mich unterbrochen, niemand hat mir gesagt, was ich tun soll. Ich war nicht zu viel. Ich war nicht falsch. Ich durfte einfach da sein.
Ein Abend, 18 Uhr. Ich bin plötzlich hundemüde und will absagen. Ich mache trotzdem mit und sage: „Ich spüre Müdigkeit in den Augen. Mein Kopf denkt, dass ich gar keine Lust habe.“ Ein paar Sätze später: „Ich fühle Wut.“ Ich hatte gar nicht gemerkt, dass sie da war. Dann kam Entspannung. Und ich war so wach, dass ich um eins nachts noch auf war.
Heute liege ich abends im Bett, und mein Kopf ist ruhig. Ich denke nicht mehr stundenlang über Situationen nach.
Komisch fühlt es sich am Anfang für fast alle an. Das heißt nicht, dass es nicht zu dir passt.
„Es war für mich am Anfang etwas ungewohnt […]. Doch durch die täglichen Übungen, die wir zu zweit machten, wurde mein Vertrauen immer mehr gestärkt.“
Teilnehmerin, 4-Wochen-Kurs