Ehrliches Mitteilen · zu zweit und in Gruppen

„Wir haben uns heute noch gar nicht umarmt.“

Du meinst: Ich vermisse dich. Er hört: Du machst schon wieder etwas falsch. Und zehn Minuten später streitet ihr, obwohl keiner von euch streiten wollte.

Stell dir vor, du sagst stattdessen, was wirklich in dir los ist. Ohne Vorwurf, ohne Bitte. Und es gibt nichts mehr, wogegen er sich wehren müsste.

Ehrliches Mitteilen, kurz EM, ist eine einfache Art zu sprechen: Du sagst, was gerade in dir los ist. Nicht, was der andere anders machen soll.

Und keine Sorge: Du sollst nicht ab jetzt den ganzen Tag „Mein Kopf denkt, dass …“ sagen. Das praktizierst du nur ein paar Minuten am Tag. Wie Liegestütze: Im Supermarkt macht die keiner. Aber die Einkaufstüten werden leichter.

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Was gesagt wird – und was eigentlich los ist

Der Satz ist harmlos. Trotzdem endet der Abend im Streit.

Abends auf dem Sofa. Er schaut aufs Handy.

Take 1Sie sagt
„Wir haben uns heute noch gar nicht umarmt.“
Er hört
„Du umarmst mich nicht oft genug.“
Was eigentlich in ihr los ist

„Sehnsucht. Ein enges Gefühl in der Brust. Und der Gedanke: Ich bin ihm gerade nicht wichtig.“

Take 2Was sie sagen könnte
„Ich hab mich heute ziemlich allein gefühlt. Und ich hab dich vermisst.“

Warum er einen Vorwurf hört? Ihr Satz sagt nichts darüber, was in ihr los ist. Also füllt er die Lücke selbst. Und je nachdem, wie sein Tag war, hört er: Du machst es wieder nicht richtig.

Freitagabend. Sie hat sich schon wieder mit ihren Freundinnen verabredet.

Take 1Er sagt
„Mach doch, was du willst.“
Sie hört
„Du bist mir egal.“
Was eigentlich in ihm los ist

„Traurigkeit. Ein Kloß im Hals. Und der Gedanke: Ich hatte mich auf den Abend mit ihr gefreut.“

Take 2Was er sagen könnte
„Ich bin gerade ein bisschen traurig. Ich hatte mich auf den Abend mit dir gefreut.“

Nach dem ersten Date. Er fragt: „Und, wie fandest du den Abend?“

Take 1Sie sagt
„War nett.“
Er hört
„Kein Interesse.“

Und sagt nur: „Freut mich.“

Was eigentlich in ihr los ist

„Nervosität. Ein Kribbeln im Bauch. Und der Gedanke: Hoffentlich merkt er nicht, wie sehr ich ihn mag.“

Take 2Was sie sagen könnte
„Ich war ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt. Und ich hab mich richtig wohlgefühlt mit dir.“

Das passiert uns allen, Frauen wie Männern. Der Satz in der letzten Zeile ist kein Vorwurf und keine Bitte. Nur das, was in einem los ist. Dagegen muss sich niemand wehren.

Nur: Woher weißt du im Moment, was da eigentlich in dir los ist? Genau das praktizierst du beim Ehrlichen Mitteilen.

Was Ehrliches Mitteilen ist

Nicht „einfach mal ehrlich sein“. Sondern ein klarer Ablauf mit festen Satzanfängen.

Wer „ehrlich“ hört, denkt oft: endlich mal alles rauslassen und dem anderen um die Ohren hauen, was einen stört. Oder: Ich muss mich vor anderen bloßstellen. Beides ist es nicht. Beim Ehrlichen Mitteilen beginnt jeder Satz mit einem festen Anfang. Dadurch erzählst du keine Geschichte über den anderen, sondern sagst, was in dir passiert. In drei Bereichen:

So klingt es, wenn du es praktizierst.

Die Satzanfänge klingen erst mal komisch. Mit Absicht.

Gedanken

„Mein Kopf denkt, dass …“

„Ich bin zu viel“ fühlt sich an wie eine Tatsache. Wie eine Tätowierung. „Mein Kopf denkt, dass ich zu viel bin“ klingt anders: Plötzlich schaust du auf den Gedanken, statt in ihm zu stecken.

Gefühle

„Ich fühle …“

„Ich fühle Traurigkeit.“
Ein Gefühl, kurz und ohne Begründung. Keine Erklärung, kein „weil du …“.

Körper

„Ich spüre … (was) … (wo)“

„Ich spüre einen Kloß in meinem Hals.“
„Ich spüre Hitze an den Ohren.“

Was dein Körper gerade meldet, so wie es ist.

Eine Person spricht, die anderen hören nur zu.
Niemand antwortet, niemand gibt Tipps, niemand tröstet. Kein Nicken, kein „Mhm, kenn ich“.
Jede Person hat ihre festen Minuten. Du weißt: Ich komme dran.
Du musst nichts Besonderes fühlen. „Mein Kopf denkt, dass da gerade nichts ist“ zählt genauso.
Du musst nicht alles erzählen. „Mein Kopf denkt, dass ich das gerade nicht sagen möchte“ ist schon Ehrliches Mitteilen.
Es gibt kein Richtig oder Falsch beim Inhalt. Nur die Satzanfänge sind fest.
Und nein: Du musst ab jetzt nicht den ganzen Tag so reden. Ehrliches Mitteilen ist keine neue Sprache für den Alltag. Es sind ein paar Minuten am Tag, in einem festen Rahmen. Den Rest des Tages redest du ganz normal. Aber du merkst immer öfter, wann du „Passt schon“ sagst, obwohl gar nichts passt.
Selbsthilfe, keine Therapie. Ehrliches Mitteilen ist eine Selbsthilfemethode, begründet von Gopal Norbert Klein. Man praktiziert sie zu zweit oder in festen Gruppen, ohne Therapeutin und ohne Vorwissen. Ich leite solche Gruppen.
Was ist Ehrliches Mitteilen?Ich erzähle, wie es geht und was es mir gebracht hat · ca. 10 Minuten · öffnet auf YouTube
Fühlt sich komisch an?

Ich dachte damals: So rede ich niemals.

Als ich das erste Mal gesehen habe, wie sich Menschen so mitteilen, kam es mir total künstlich vor. Ich habe nicht verstanden, wozu das gut sein soll.

Heute praktiziere ich jeden Tag ein paar Minuten mit meinem EM-Partner. Dort habe ich gemerkt, wie selten ich gesagt habe, was wirklich in mir los ist. Nicht, weil ich gelogen habe. Ich war nur ständig damit beschäftigt, was die anderen brauchen.

Beim ersten Mal habe ich gesagt, dass ich mich traurig und hilflos fühle. Niemand hat mich unterbrochen, niemand hat mir gesagt, was ich tun soll. Ich war nicht zu viel. Ich war nicht falsch. Ich durfte einfach da sein.

Ein Abend, 18 Uhr. Ich bin plötzlich hundemüde und will absagen. Ich mache trotzdem mit und sage: „Ich spüre Müdigkeit in den Augen. Mein Kopf denkt, dass ich gar keine Lust habe.“ Ein paar Sätze später: „Ich fühle Wut.“ Ich hatte gar nicht gemerkt, dass sie da war. Dann kam Entspannung. Und ich war so wach, dass ich um eins nachts noch auf war.

Heute liege ich abends im Bett, und mein Kopf ist ruhig. Ich denke nicht mehr stundenlang über Situationen nach.

Komisch fühlt es sich am Anfang für fast alle an. Das heißt nicht, dass es nicht zu dir passt.

„Es war für mich am Anfang etwas ungewohnt […]. Doch durch die täglichen Übungen, die wir zu zweit machten, wurde mein Vertrauen immer mehr gestärkt.“
Teilnehmerin, 4-Wochen-Kurs

Eine Teilnehmerin kann heute mit ihrer Tochter reden, ohne dass es gleich laut wird.

Eine andere erzählt: Mit ihrer Mutter gibt es kaum noch Streit. Sie können einfach reden.

Wieder eine andere hat gemerkt, wie oft sie „Mir geht’s gut“ gesagt hat. Und wie traurig sie darunter eigentlich war.

Eine Frau hat jahrelang Anspannung im Körper gespürt. Beim Mitteilen merkte sie: Darunter lag Wut. Als sie anfing, die Wut auszusprechen, ließ die Anspannung nach.

„Ich habe schon nach 3 Wochen eine deutliche Veränderung gespürt […]: eine tiefe innere Entspannung ist eingetreten. Auch merke ich, dass ich im Alltag von meinen Gedanken Abstand gewinne.“

Teilnehmerin, EM-Gruppe

Ein Mann, der sonst viel erzählt hat, wurde beim Mitteilen ganz ruhig. Und plötzlich war er wirklich da.

Warum das so anders wirkt

Du musst niemanden überzeugen und nichts erreichen. Du sagst nur, was gerade da ist.

Ein paar Minuten am Tag. Mehr ist es nicht.

Und der andere hört zu, ohne gleich antworten zu müssen. Für viele ist das das erste Mal.

Stell dir einen Fluss vor, voller großer Steine. Lauter Dinge, die früher nie ausgesprochen werden durften. Jedes Mal, wenn du sagst, was gerade da ist, löst sich einer. Und es kommt wieder ins Fließen.

Was sich verändern kann

Von „Passt schon“ zu „Ich fühle mich heute einsam“.

Ich hätte selbst nie gedacht, wie viel sich verändert, wenn man jeden Tag ein paar Minuten sagt, was wirklich in einem los ist. Bei mir. Und bei den Frauen, die ich begleite. Egal, ob du allein bist oder in einer Beziehung.

Wenn du Single bist

Nach dem Date fährst du nach Hause und weißt: Ich war heute einfach ich.

HeuteNach dem Date sitzt du im Auto und gehst jeden Satz noch mal durch. War ich zu viel? Zu langweilig? Dann wartest du drei Tage auf seine Nachricht.

So kann es sich anfühlenWenn er sich meldet, freust du dich. Wenn nicht, ist das schade. Aber du suchst nicht drei Tage lang den Fehler bei dir.

So kommst du dahinIn der Gruppe sitzt du mit anderen im Zoom-Raum. Du bist dran und sagst: „Ich spüre Nervosität in meinem Bauch. Mein Kopf denkt, dass ich hier nicht hingehöre.“ Niemand lacht, niemand gibt dir einen Rat. Alle hören einfach zu. Klingt klein. Aber genau das nimmst du mit in dein nächstes Date.

Wenn ihr ein Paar seid

Ihr streitet noch. Aber nicht mehr drei Tage lang.

HeuteEs geht schon wieder um die Wäsche. Dann ist Funkstille, und abends liegt jeder auf seiner Seite vom Bett.

So kann es sich anfühlenDiesmal sagst du nicht: „Immer bleibt alles an mir hängen!“ Du sagst: „Ich bin gerade traurig. Und mir wird gerade alles zu viel.“ Kein Vorwurf, gegen den er sich wehren muss. Und vielleicht legt er das Handy weg und hört einfach zu.

So kommt ihr dahinAbends am Küchentisch. Einer spricht ein paar Minuten, der andere hört nur zu. Kein „Ja, aber“, kein Rechtfertigen. Dann wird gewechselt. Und plötzlich erfahrt ihr Dinge voneinander, die in vielen Jahren nie gesagt wurden.

Ihr könnt auch zusammen in einen Kurs kommen. Ehrlich gesagt: Zu zweit funktioniert es nur, wenn ihr es beide wollt. Überreden lässt sich niemand.

Und wenn er nicht mitmachen möchte? Frauen, die ich begleite, erzählen mir trotzdem, wie sich ihre Beziehung verändert. Weil sie merken, wann sie „Ist alles gut“ sagen, obwohl sie sich gerade einsam fühlen. Dafür reicht ein Mensch, der dir regelmäßig zuhört, zum Beispiel online in der Gruppe.

In einem Kurs habe ich ein Paar erlebt, bei dem er sich eigentlich schon trennen wollte. Nach vier Wochen Ehrliches Mitteilen sind sie zusammengeblieben. Nicht, weil sich einer verbogen hat. Sondern weil die Vorwürfe aufgehört haben.

Wir denken oft, die Männer gehen. Dabei sind wir innerlich oft schon vorher gegangen.

So läuft ein Gruppenabend ab

Keine Vorkenntnisse. Kein Vorführen vor Publikum.

Viele merken schon in der ersten Runde, wie anders es sich anfühlt, einfach gehört zu werden.

Ankommen

Kurze Runde. Die Satzanfänge sind für alle gut sichtbar.

Du bist dran

Jede Person hat ihre feste Zeit und teilt mit, was gerade da ist.

Die anderen hören zu

Ohne Kommentar, ohne Nachfragen. Dann ist die nächste Person dran.

Abschluss

Du gehst mit dem, was du gesagt hast. Niemand redet hinterher darüber.

Ausprobieren oder weiter praktizieren

Neu dabei oder schon erfahren: Komm dazu.

Wenn du Ehrliches Mitteilen erst einmal kennenlernen willst, komm zu einem Kennenlernabend oder in den 4-Wochen-Kurs, online oder vor Ort.

Ich leite eine fortlaufende Online-EM-Gruppe. Die Satzanfänge und der Ablauf gelten genau so, wie Gopal Norbert Klein sie beschreibt. Gerade am Anfang lasse ich dir aber Zeit, hineinzufinden. Alle Termine und Preise für Kennenlernabende, Kurse und die Gruppe findest du in unserer Telegram-Gruppe.

Für Volkshochschulen, Familienzentren und Einrichtungen

Ein Abend, an dem Menschen wirklich voneinander hören.

Ehrliches Mitteilen ist leicht zu lernen: Die Satzanfänge passen auf einen Zettel, und nach dem ersten Abend können alle mitmachen. Im 4-Wochen-Kurs treffen sich die Teilnehmenden zwischen den Abenden jeden Tag zu zweit für ein paar Minuten online und praktizieren selbstständig weiter. Dafür reicht ein Smartphone mit WhatsApp, Telegram oder Zoom. So wird Ehrliches Mitteilen schnell selbstverständlich. Mitmachen können alle Erwachsenen, ohne Vorkenntnisse. Vor Ort genügt ein Raum, in dem alle Platz haben. Das Thema passt überall, wo Menschen miteinander zu tun haben: in Beziehungen, Familien, Freundschaften und im Beruf.

Was ich anbiete
  • KennenlernabendVortrag mit einer ersten Runde zum Ausprobieren, für alle offen
  • 4-Wochen-KursZum Kennenlernen und Praktizieren
  • Fortlaufende GruppeFür alle, die regelmäßig praktizieren möchten
Meine Erfahrung
  • Gruppenleiterkurs für Ehrliches Mitteilen abgeschlossen
  • Präsenzgruppe in Frankfurt
  • Fortlaufende Online-EM-Gruppe
  • Kurse online und vor Ort
„Ich habe mich von Anfang an wohl, gesehen und aufgehoben gefühlt in der EM-Gruppe. Jasmin führt klar, kompetent und strukturiert durch den Kurs.“Teilnehmerin, EM-Kurs

Sie möchten Ehrliches Mitteilen bei sich anbieten? Schreiben Sie mir, ich melde mich mit einem Vorschlag.

Wenn es bei dir um mehr geht

Immer wieder der gleiche Typ Mann? Oder der gleiche Streit?

Dann geht es um mehr als Ehrliches Mitteilen. In meiner Einzelbegleitung schauen wir, mit welchem Satz du bei ihm schon rechnest, bevor er überhaupt etwas getan hat. Und ob dieser Satz heute noch stimmt. Ob ich dir dabei helfen kann, finden wir im kostenlosen SOS-Gespräch heraus.

Kostenloses SOS-Gespräch buchen 45 Minuten · kostenlos · per Zoom

Du hast Fragen zum Ehrlichen Mitteilen, zu Terminen oder Kursen? Die beantworte ich gern in der Telegram-Gruppe oder per E-Mail an .

Ehrliches Mitteilen ist eine Selbsthilfemethode nach Gopal Norbert Klein und ersetzt keine Psychotherapie.